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Museum Sacrum

Museum sacrum. Die Erstausstattung der Wittenberger Schlosskirche durch Kurfürst Friedrich den Weisen (1463-1525) im kultur- und religionsgeschichtlichen Kontext

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einem Teilaspekt des Mäzenatentums von Friedrich dem Weisen (1463–1525), Kurfürst von Sachsen. Im Zentrum der Untersuchung steht die Erstausstattung der Wittenberger Schlosskirche Allerheiligen zwischen 1497 und 1517. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die vor der Reformation im Auftrag des sächsischen Kurfürsten für diesen Sakralraum geschaffenen Kunstwerke umfangreich zu dokumentieren und als Bestandteile eines komplexen römisch-katholischen Ausstattungsprogramms zu deuten, in dem Bildwerke, Plastiken und Heiltum in einem wechselseitigen Kodierungsprozess miteinander korrespondierten. Diese katholische Eigentradition wurde nach 1517 in Wittenberg sukzessive von einer evangeli¬schen Erinnerungskultur überdeckt, heute ist die Wittenberger Schlosskirche mit der „Thesentüre“ und Luthers Grabstätte ein Nationaldenkmal und historischer Gedächtnisort der Reformation. Vom „altgläubigen“ Programm der Erstausstattung und seiner hohen künstlerischen Qualität zeugen noch die mindestens neun erhaltenen Altäre und Altarfragmente in verschiedenen Kunstsammlungen sowie zahlreiche Druckgrafiken, die als Multiplikatoren des Wissens um den Wittenberger Kirchenschatz dienten. Das Forschungsprojekt will diese im Auftrag des sächsischen Kurfürsten geschaffenen Werke der führenden Künstler des Alten Reichs, zu denen unter anderem Albrecht Dürer, Lucas Cranach, Jacopo de’ Barbari und Hans Burgkmair zu zählen sind, erstmals in ihrem gemeinsamen historischen Entstehungskontext verorten und im Hinblick auf ihre ortsgebundene liturgische und didaktisch-katechetische Funktion interpretieren.

Das Forschungsprojekt wird in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durchgeführt und gefördert durch ein Forschungsstipendium der Gerda Henkel Stiftung.

Projektkoordinator:     Prof. Dr. Michael Wiemers

Projektbearbeiterin:     Dr. Mila Horký

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